Sonntag, 27. März 2011

"Der Besuch der alten Dame"

Friedrich Dürrenmatts Stück "Der Besuch der alten Dame" beschäftigt sich stark mit dem Thema Rache und brachte auch mich dazu mir über Rache Gedanken zu machen. Es gibt wohl kaum jemanden, der tatsächlich von sich behaupten kann, dass er sich noch nie gewünscht hätte sich so richtig an jemandem rächen zu können, im Gegenteil.

Wenn man sich umsieht entdeckt man an jeder Straßenecke Situationen die nach Rache verlangen. Das fängt schon im Kindergarten an, der kleine Junge der von den anderen gemobbt wird wünscht sich endlich größer zu sein als seine "bösen" Kameraden um es ihnen dann heimzuzahlen, so geht es weiter mit dem übergewichtigen Mädchen im Volleyballteam, der ungeküssten "Brillenschlange" aus der Oberstufe und später der verlassenen Freundin der das Herz gebrochen wurde, dem gequälten Assistenten der dank seines Chef's keine Freizeit mehr hat,bist zur verbitterten Ehefrau die bei der Scheidung leer ausging. Alles nur allzu bekannte Situationen bei denen es meiner Meinung nach nur natürlich ist, dass man sich wünscht sich an demjenigen zu rächen der für unser Elend verantwortlich ist. Nur leider kommt kaum einer an den süßen Geschmack verdienter Rache.

Dürrenmatt schenkte seiner Hauptfigur, der alten Dame, eben diesen Genuss, obwohl es sich im Buch beschriebenen Fall nicht mehr um natürliche Rache Gedanken handelt sondern um eine regelrechte Besessenheit. Claire Zachanassian richtete ihr ganzes Leben nach ihrem Racheplan. Und das tut sie mit einer solchen Verbissenheit das man sich fragen muss ob es das wert ist. Ich persönlich glaube das Rache tatsächlich schön sein kann, aber im Falle Claire Zachanassian's glaube ich das sie sich viel besser hätte rächen können, indem sie das beste aus ihrem Leben gemacht hätte, anscheinend wurde sie geliebt sonst hätte sie ihr erster Ehemann wohl kaum geheiratet. Denn sie hatte ihm nichts anzubieten außer sich selbst, während er ihr ein Luxuriöses Leben voller Möglichkeiten gab. Sie trieb das Dorf Güllen in den Ruin hätte es da nicht gereicht wenn sie einfach allen gezeigt hätte wie gut es ihr im Gegensatz zu Güllen's Bewohner ging, die sie für ihr Unglück verantwortlich machte?! Dürrenmatt hat aus der ganzen Rache Geschichte ein Drama gemacht, das definitiv gelungen ist, den es zeigt einerseits eine alte Frau die am Ende ihres Lebens das bekommt, worauf sie schon immer gewartet hat und andererseits die traurige, aber allgemein bekannte Tatsache das alle Menschen käuflich sind. Im richtigen Leben, denke ich, ist die einzig wahre Rache diejenige die einen anspornt das beste aus sich zu machen, zu erkennen was man selbst schaffen kann, egal ob man nun als Kind eine Spange hatte und deshalb gehänselt wurde, und wenn man dann beim Klassentreff feststellt das die ach so beliebte Ballkönigin die einem den Freund weggenommen hat und einem das Leben als Teenager zur Hölle machte, schon zweimal geschieden, verbittert und hässlich geworden ist, ich glaube dann ist es durchaus berechtigt wenn man sich ins Fäustchen lacht und sich für einen Moment im Rachegefühl sonnt, um dann sein Leben glücklich und ohne Rachepläne weiterzuleben.

1 Kommentar:

  1. Zwei Bemerkungen zur Form deines Blogs:

    Ich würde dir raten den Titel nicht im 'normalen' Text zu schreiben, sondern dafür die vorgesehene Zeile zu verwenden - Das macht deinen Blog lesbarer.

    Ich bewerte das Design nicht mit. Aber: Du arbeitest schon eine Weile mit diesem Blog und wirst es wohl auch noch eine Weile machen. Von dem her könntest du von dieser standardweissen Ansicht hin zu etwas anderem wechseln, nicht?

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