Sonntag, 6. März 2011

Das Theater und ich

Als ich etwa 6 Jahre alt war nahm mich mein Großvater das erste Mal mit ins Theater, und wir sahen uns "die kleine Hexe" von Otfried Preussler an. Ich fand es toll, denn meine Mutter hatte mir das Buch vorgelesen und ich hatte bereits selbst einige Szenen, mit der mehr oder weniger freiwilligen Hilfe meiner Schwester, inszeniert und meiner Familie Stolz vorgeführt. Wir hatten damals noch keinen Fernseher und deshalb war ein Erlebnis wie dieses umso aufregender für mich. Ich weiss zwar nicht mehr genau wann ich damit angefangen habe, aber irgendwann stellte ich mir bei allem was ich machte vor, dass ich eine Schauspielerin bin und mein ganzes Leben ein Theaterstückoder ein Film ist, das/der von irgendwelchen Leuten gerade angesehen wird. Dementsprechend fing ich auch an hochdeutsch zu sprechen. Natürlich spielte ich mich in diesem immerwährenden Stück nicht selbst, es sei denn ich gab gerade Interviews, ich hatte etwa 5 Rollen in die ich nach Lust und Laune hineinschlüpfen konnte, zwei davon waren frei erfunden aber die anderen waren meistens irgendwelche Figuren aus den Büchern die ich gerade las, wie die Rote Zora, einer der Fünf Freunde ect.. Ich steckte voller Fantasie und freute mich jeden Tag aufs neue darauf wieder irgend wen zu spielen und so meine Abenteuer zu erleben.

Auch als ich aus dem Spielalter herauswuchs begleitete mich das Theater weiter, denn mein Großvater nahm mich weiterhin ab und zu in gute Stücke mit und auch in der Schule führten wir immer wieder ein kleines Theaterstück auf. In der 8 Klasse dann hatten wir ein Halbjähriges Projekt in dem wir ein Musical erarbeiten sollten, und ich durfte die Hauptrolle spielen. Unser Musical war das allseites bekannte Stück "West Side Story". Wir probten Wochenlang bis endlich jeder Satz, jeder Ton und jeder Schritt sass und nebenbei mussten wir auch noch das Bühnenbild erstellen. Diese Erfahrung war Grogsartig denn wir waren die erste Klasse an unserer Schule (und sind es immernoch:)) die ein Standingovation erreichte. Und wenn ich ab und zu wieder dort bin werde ich immer noch auf die Rolle angesprochen.
Kein Wunder also, dass ich mich sehr gerne an diese Zeit zurück erinnere und mich dementsprechend auf fast alles freue das mit Theater zu tun hat. Theater bedeutet für mich Freiheit, denn es gibt einem die Möglichkeit jemand anders zu sein, man kann in eine Rolle schlüpfen und all die Seiten an sich ausleben die man im richtigen Leben nicht ausleben kann oder darf.
Ich hoffe das meine Freude am Theater durch die folgenden DeutschStunden noch verstärkt wird und das wir viel Theater spielen werden.

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