Freitag, 26. März 2010

Das 17 Wort auf Seite 37 von "die Bekenntnisse der Giorgia Nicholson"
WG
Zeit 5:45 Ort: Villa Büchi in Hausen am Albis
Der Wecker klingelt bereits das dritte Mal und obwohl ich normalerweise eine Früh Aufsteherin bin, wünsche ich mir sehnlichst noch mindestens drei Stunden liegen bleiben zu können. Ich drehe mich um neben mir liegt Clara und kneift die Augen zusammen. Ich schüttle sie und sie murrt etwas. Auch gut. Ich stelle mich vor ihren Kleiderschrank und überlege mir was ich heute anziehen soll. Ich entscheide mich für ein helles Blümchenkleid und dazu ein dunkelblaues Jäkchen. Nachdem ich mir beides angezogen habe, beuge ich mich über ihr Ohr und sage "Aufstehen Schlafmütze!" Sie schreckt hoch und ist jetzt wenigstens wach. Sie reibt sich den letzten Rest Schlaf aus den Augen. "Ich will aber nicht aufstehen!" mault sie. "Schatz, wir haben noch eine halbe Stunde bevor der Bus geht." "WAS? Wieso hast du mich nicht früher geweckt?" Sie sieht mich an "Aha deswegen also ...!" ich werfe ihr meinen blauen Taillenrock zu "Verzeihst du mir jetzt?" sie zuckt die Schultern "Na schön! Aber ich will auch die roten Schuhe haben", "Sie gehören dir!". Zufrieden schnappt sie sich die Schuhe und rennt die Treppen nach oben. Ich laufe ihr nicht ganz so schnell hinterher, Obenangekommen beginnt sie die Hunde zu füttern während ich uns Saft einschenke. "Eigentlich müssten wir heute ja nicht zur Schuhle gehen oder?"überlege ich laut. Doch meine unmoralischen Gedanken scheinen hier eindeutig fehl am Platze zu sein, dementsprechend erhalte ich nur einen vielsagenden Blick als Antwort. Ich fühle mich sofort ziemlich klein und unverschähmt (ich tue zumindest so ). Wir haben nur wenig Zeit unseren Saft zu geniessen denn schon müssen wier wieder nach unten rennen um uns die Zähne zu putzen und an die Bushaltestelle zu rennen. Dort müssen wir uns wohl oder übel zu Meret in den V,ierer setzten die netterweise für uns reserviert hat. Sie streckt mir auch schon ihre heuchlerische Wange entgegen der ich auszweichen versuche indem ich so tue als ob mir etwas auf den Boden gefallen wäre, aber als sich mein Kopf wiederholt auf Augenhöhe mit ihr befindet ist die Wange immernoch da. Also beisse ich die Zähne zusammen und gebe ihr einen kurzen Begrüssungskuss und setzt mich. Während sie drauflos brabbelt und von irgend einem neuen Verherer (wer's glaubt) erzählt. Wische ich mir möglichst unauffällig meinen Mund sauber, Clara (der natürlich nichts entgeht) kämpft mit einem Lachanfall den sie aber Gott sei Dank unterdrücken kann.
Um uns Merets Gelaber nicht länger anhören zu müssen, stecken Clara und ich uns je einen Kopfhörer in die Ohren und dösen zu Carla Bruni's "tout le Monde" aneinandergelehnt ein.
Kurz darauf sind wir auch schon an der Haltestelle. Ich stehe auf und lasse Clara wehmütig zurück, natürlich stehe ich ihr innerlich bei. Schliesslich muss sie nun eine ganze Viertelstunde ALLEIN mit Meret verbringen. Ich winke meiner Kumpeline noch ein letztes mal vom Bahnsteig aus zu und freue mich schon auf heute Abend. Nebenbei entscheide ich noch ganz spontan heute mal für sie zu backen.

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